Germanisches Nationalmuseum


KOMMENTIERTE ONLINE - EDITION DER FÜNF REISETAGEBÜCHER HANS POSSES (1939–1942)

Laufzeit: April 2017 bis März 2020
Förderung: Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

Der Kunsthistoriker Hans Posse war von 1910 bis zu seinem Tod im Dezember 1942 Direktor der Dresdner Gemäldegalerie und fungierte ab Sommer 1939 parallel dazu als Sonderbeauftragter Hitlers. In dieser Eigenschaft war er sowohl für den Aufbau einer Sammlung für das „Führermuseum Linz“ zuständig als auch für die Vorbereitung und Umsetzung eines Verteilungsprogramms von NS-Raubkunst auf „ostmärkische“ und weitere Museen im Deutschen Reich. Im Teilnachlass Posses im Deutschen Kunstarchiv befinden sich u.a. fünf Reisekladden, die seine Dienstreisen im Auftrag Hitlers dokumentieren. 
Diese Reisekladden sind eminente Quellen für die Forschung zum NS-Kunstraub, zur NS-Museumspolitik und für die Provenienzforschung: Sie dokumentieren in singulärer Weise Posses Aktivitäten in den besetzten Gebieten, etwa in Polen und Frankreich, und seine Kontakte zu NSDAP-Organisationen wie den lokalen Gauleitungen, Gestapo-Dienststellen, zum militärischen Kunstschutz etc. Dadurch belegen sie, dass Posse nicht nur Hitlers Chefankäufer für das „Führermuseum“ war, sondern Hitlers wichtigster Kunstraubmanager.
Die Reisetagebücher werden in eine virtuelle Forschungsumgebung eingepflegt und der Provenienzforschung, der Forschung zur NS-Kunstpolitik sowie der interessierten Öffentlichkeit in Form einer digitalen Edition zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.


Systematische Provenienzforschung

Laufzeit: November 2014 bis Oktober 2017
Förderung: Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

In dem Projekt zur Provenienzforschung wurde die Herkunft ausgewählter Bestände des Germanischen Nationalmuseums (GNM) im Hinblick auf NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut untersucht.
Das Projekt wurde von November 2014 bis Oktober 2017 vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste (vormals Arbeitsstelle für Provenienzforschung) gefördert und anschließend bis August 2018 durch das GNM finanziert.
Von ca. 1.200 untersuchten Objekten der Sammlungsbereiche Malerei bis 1800 und Glasmalerei, Skulptur bis 1800, Kunsthandwerk bis 1800 sowie Kunst und Kunsthandwerk 19. bis 21. Jahrhundert wurde für 33 (ca. 2,75 % der Untersuchungsmasse) ein NS-verfolgungsbedingter Entzug nachgewiesen. Diese Objekte wurden an die früheren Eigentümer oder deren Rechtsnachfolger restituiert beziehungsweise erfolgen derzeit Verhandlungen über eine gütliche Einigung mit den Erben (Stand August 2018).
Der Begleitband zur Ausstellung „Gekauft – Getauscht – Geraubt? Erwerbungen zwischen 1933 und 1945“ sowie wie der Fortsetzungs-und der Registerband werden online publiziert.
In der Datenbank  können Recherchen zu den Objekten und deren Provenienzen durchgeführt werden.


GALERIE HEINEMANN ONLINE

Laufzeit: 2009-2010
Förderung: Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung, Berlin
Kooperationspartner: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München

Die Münchener Galerie Heinemann (1872-1939) war jahrzehntelang eine der bedeutendsten deutschen Kunsthandlungen, bis sie 1939 von den Nationalsozialisten "arisiert" wurde. Sie war auf Gemälde des 19. und 20. Jahrhunderts, v.a. aus dem deutschsprachigen Raum spezialisiert. Ihre Geschäftsbücher und Karteien gelangten ins Deutsche Kunstarchiv. Dieses Material kann Aufschluss bei Recherchen zu verfolgungsbedingten Vermögensverlusten nach 1933 geben.
Die Unterlagen wurden nach entsprechender Aufarbeitung in eine durchsuchbare Online-Datenbank überführt, wobei auch die Kataloge der Galerie Heinemann und einschlägige Fotografien im Zentralinstitut für Kunstgeschichte Berücksichtigung fanden. Mit diesem Recherchewerkzeug stehen nun Informationen zu über 43.000 bedeutenden Gemälden sowie zu ca. 13.000 mit ihrem Erwerb bzw. Verkauf verbundenen Personen und Institutionen der Provenienzforschung zur Verfügung. Die Datenbank enthält auch die relevanten Scans der ausgewerteten Dokumente zu den einzelnen Kunstwerken.
Zur Datenbank http://heinemann.gnm.de/

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier

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