Germanisches Nationalmuseum


Systematische Provenienzforschung

Das Germanische Nationalmuseum Nürnberg ist seit März 2017 kooperierendes Mitglied im Forschungsverbund Provenienzforschung Bayern. Das größte kulturhistorische Museum des deutschen Sprachraums untersucht seit dem 1. November 2014 die Herkunft der zwischen 1933 bis 1945 getätigten Erwerbungen  aus den Sammlungen Malerei und Glasmalerei bis 1800 (ca. 155 Objekte), Skulptur bis 1800 (ca. 270 Objekte), Kunsthandwerk bis 1800 (ca. 713 Objekte) sowie Kunst und Kunsthandwerk 19. bis 21. Jahrhundert (ca. 20 Objekte). Das dreijährige Forschungsprojekt wurde anfänglich von der Arbeitsstelle für Provenienzforschung, von Januar 2015 bis Oktober 2017 von der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste gefördert.

Im Rahmen des Projektes konnte das Germanische Nationalmuseum in zwei Fällen Objekte, die ihren Eigentümern nachweislich NS-verfolgungsbedingt entzogen worden waren, restituieren.

Ausgewählte Ergebnisse sind bis zum 16. Juni 2018 in der Ausstellung „Gekauft – Getauscht – Geraubt?“ zu sehen, zu der ein Begleitband erschienen ist. Die Publikation der vollständigen Forschungsergebnisse ist in Vorbereitung.

Weitere Informationen zum Projekt finden sie hier.


KOMMENTIERTE ONLINE-EDITION DER FÜNF REISETAGEBÜCHER HANS POSSES (1939–1942)


Laufzeit: April 2017 bis März 2019
Förderung: Deutsches Zentrum Kulturgutverluste

Der Kunsthistoriker Hans Posse war von 1910 bis zu seinem Tod im Dezember 1942 Direktor der Dresdner Gemäldegalerie und fungierte ab Sommer 1939 parallel dazu als Sonderbeauftragter Hitlers. In dieser Eigenschaft war er sowohl für den Aufbau einer Sammlung für das „Führermuseum Linz“ zuständig als auch für die Vorbereitung und Umsetzung eines Verteilungsprogramms von NS-Raubkunst auf „ostmärkische“ und weitere Museen im Deutschen Reich. Im Teilnachlass Posses im Deutschen Kunstarchiv befinden sich u.a. fünf Reisekladden, die seine Dienstreisen im Auftrag Hitlers dokumentieren. 
Diese Reisekladden sind eminente Quellen für die Forschung zum NS-Kunstraub, zur NS-Museumspolitik und für die Provenienzforschung: Sie dokumentieren in singulärer Weise Posses Aktivitäten in den besetzten Gebieten, etwa in Polen und Frankreich, und seine Kontakte zu NSDAP-Organisationen wie den lokalen Gauleitungen, Gestapo-Dienststellen, zum militärischen Kunstschutz etc. Dadurch belegen sie, dass Posse nicht nur Hitlers Chefankäufer für das „Führermuseum“ war, sondern Hitlers wichtigster Kunstraubmanager.
Die Reisetagebücher werden in eine virtuelle Forschungsumgebung eingepflegt und der Provenienzforschung, der Forschung zur NS-Kunstpolitik sowie der interessierten Öffentlichkeit in Form einer digitalen Edition zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.


GALERIE HEINEMANN ONLINE


Laufzeit: 2009-2010
Förderung: Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung, Berlin
Kooperationspartner: Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München

Die Münchener Galerie Heinemann (1872-1939) war jahrzehntelang eine der bedeutendsten deutschen Kunsthandlungen, bis sie 1939 von den Nationalsozialisten "arisiert" wurde. Sie war auf Gemälde des 19. und 20. Jahrhunderts, v.a. aus dem deutschsprachigen Raum spezialisiert. Ihre Geschäftsbücher und Karteien gelangten ins Deutsche Kunstarchiv. Dieses Material kann Aufschluss bei Recherchen zu verfolgungsbedingten Vermögensverlusten nach 1933 geben.
Die Unterlagen wurden nach entsprechender Aufarbeitung in eine durchsuchbare Online-Datenbank überführt, wobei auch die Kataloge der Galerie Heinemann und einschlägige Fotografien im Zentralinstitut für Kunstgeschichte Berücksichtigung fanden. Mit diesem Recherchewerkzeug stehen nun Informationen zu über 43.000 bedeutenden Gemälden sowie zu ca. 13.000 mit ihrem Erwerb bzw. Verkauf verbundenen Personen und Institutionen der Provenienzforschung zur Verfügung. Die Datenbank enthält auch die relevanten Scans der ausgewerteten Dokumente zu den einzelnen Kunstwerken.
Zur Datenbank http://heinemann.gnm.de/

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