WITTELSBACHER AUSGLEICHSFONDS
Dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds wurden 1923 große Teile des kulturellen Erbes des Hauses Wittelsbach übereignet, um sie für die Zukunft zu erhalten. Der hochwertigste Teil dieser Sammlungen wird von den staatlichen bayerischen Museen verwahrt und verwaltet. Ein zweiter Teil wird vom Wittelsbacher Ausgleichsfonds selbst verwaltet. Hier handelt es sich in erster Linie um Schlossausstattung, darunter Möbel, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Graphiken, aber auch Silberobjekte, Porzellan und Keramik, Orden, Textilien, Skulpturen und Plastiken. Im Laufe seiner rund 100jährigen Geschichte erwarb der Wittelsbacher Ausgleichsfonds weitere Kunst- und Kulturobjekte zur Arrondierung der vorhandenen Bestände.
Die Provenienzen der eigenverwalteten Kunst- und Kulturobjekte wurden in der Vergangenheit auf Basis eigener Unterlagen vermerkt. Es folgt eine systematische Überprüfung der Provenienzen der Kunst- und Kulturgüter, die vor 1945 entstanden sind und nach 1933 in die Sammlung gelangten.
Erklärtes Ziel des Wittelsbacher Ausgleichsfonds ist es, durch sein Projekt zur Provenienzforschung einen systematischen Überblick über die Zugänge ab 1933 zu gewinnen, jedem Anfangsverdacht eines NS-verfolgungsbedingten Entzugs nachzugehen und bei Erhärtung des Verdachts die Recherchen bis zum tiefst möglichen Erkenntnisstand zu verfolgen. Im Falle eines NS-verfolgungsbedingten Entzugs strebt der Wittelsbacher Ausgleichsfonds mit den früheren Eigentümern beziehungsweise ihren Erben faire und gerechte Lösungen im Sinne der Washingtoner Erklärung von 1998 an.
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