Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek München
Die Staatlichen Antikensammlungen und Glyptothek sind zwei Museen am Münchener Königsplatz, deren Bestände zum überwiegenden Teil aus antiken Kunstwerken bestehen. Während in den Antikensammlungen im so genannten Ziebland-Bau griechische, römische und etruskische Kleinkunst, also Vasen, Bronzen, Terrakotten und Schmuck präsentiert werden, ist die Glyptothek ihrem Namen entsprechend ein Museum, das ausschließlich der antiken Skulptur gewidmet ist. Der zeitliche Rahmen der aufbewahrten Werke deckt die Zeit vom 3. Jahrtausend vor Christus bis in die Spätantike im 5. Jahrhundert nach Christi Geburt ab.
Die Sammlungsbestände beider Museen gehen im Kern auf die europäische Tradition zurück, antike Kunstwerke zu sammeln. So stammen die frühesten Antiken noch aus der Kunstkammer des Herzogs Albrecht V. von Bayern (1550–1579). Die Masse der erworbenen Kunstwerke geht aber auf die Sammlung des Kronprinzen und späteren Königs Ludwig I. zurück. Dementsprechend handelt es sich um Dauerleihgaben des Wittelsbacher Ausgleichsfonds.
Wichtige Zuwächse erfuhr das Museumsinventar aber auch im 20. Jahrhundert. So konnte die exzellente Sammlung antiker Terrakotten des Archäologen Paul Arndt (1865–1937) im Jahr 1908 eingegliedert werden. Von besonderer Bedeutung ist zudem die als Vermächtnis des Bankiers James Loeb (1867–1933) übernommene Sammlung an unvergleichlichen Bronzen und Schmuckstücken. Arndt und Loeb stehen für eine ganze Reihe meist bürgerlicher Sammler und Stifter, die unseren Museen am Königsplatz und deren Wissenschaftlern in besonderer Weise freundschaftlich verbunden waren.
Aufgrund der Sammlungsgeschichte der Antikensammlungen und Glyptothek existiert nur eine äußert geringe Zahl von Objekten, bei denen es sich überhaupt um NS-verfolgungsbedingtes Kulturgut handeln könnte. Da es derzeit im Zuge der Vervollständigung unserer Datenbank zu einer neuen und ausführlichen Erfassung aller Bestände kommt, werden auch diese fraglichen Objekte einer eingehenden Überprüfung hinsichtlich ihrer Provenienz unterzogen. Eine eigene Stelle für Provenienzforschung existiert nicht, sondern die anfallende Klärung von Provenienzen wird von den Konservatoren geleistet.
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