Deutsches Theatermuseum


Das Deutsche Theatermuseum betreibt kein eigenes Referat für Provenienzforschung, ist jedoch seit 2012 bemüht, hinsichtlich der hauseigenen Bestände den Verpflichtungen zur Identifikation und Restitution NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturguts nachzukommen, die aus der 1998 (“Washington Conference on Holocaust Era Assets“) bzw. 1999 von der Bundesrepublik Deutschland mitunterzeichneten »Washingtoner Erklärung« (der “Gemeinsamen Erklärung von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden zur Auffindung und Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter, insbesondere aus jüdischem Besitz“) resultieren.

INVII15698 (2).jpgKohlezeichnung von Louis Letronne, Porträt des Tenors Ranunzio Pesadori, 1.H. 19. Jh.
Eines der beiden 2014 restituierten Blätter aus der Sammlung Michael Berolzheimer
©Deutsches Theatermuseum

Das Deutsche Theatermuseum ist bestrebt, die systematische Überprüfung der Bestände seit 1933 bis heute hinsichtlich ihrer Herkunft anhand vorhandener Dokumente sowie die Bearbeitung konkreter Restitutionsanfragen bzw. –forderungen wie sie etwa erstmals von den Erben Michael Berolzheimer an das Deutsche Theatermuseum gestellt wurden, zu betreiben. In Ermangelung eines Referenten, der sich dauerhaft und konzentriert bestandsbezogenen Provenienzfragen widmen kann, wird derzeit versucht in Zusammenarbeit, im Austausch und durch die Unterstützung der Kollegen des Forschungsverbundes Provenienzforschung Bayern Einzelanfragen zu bearbeiten und mit Hilfe eines Drittmittelantrages eine zumindest befristete Stelle für eine projektbezogene Provenienzforschung am Haus zu installieren und damit die Überprüfung des Verdachtes auf Raubkunst bzgl. der im Auktionshaus Helbing und Weinmüller zwischen 1936 und 1939 getätigten Ankaufe des Deutschen Theatermuseums gezielt voran zu treiben.
Mit Hilfe eines Drittmittelantrages konnte eine befristete Stelle für projektbezogene Provenienzforschung am Haus eingerichtet werden, die sich gezielt auf die Überprüfung des Verdachtes auf Raubkunst bzgl. der im Auktionshaus Helbing und Weinmüller zwischen 1936 und 1939 getätigten Ankäufe des Deutschen Theatermuseums richtet.

AktuellEs  Provenienzforschungsprojekt

Zwei konkrete Fälle von Bestandsobjekten, deren Provenienz als „Sammlung Michael Berolzheimer“ und „Sammlung Siegfried Lämmle“ identifiziert werden konnten, sowie weitere im Zugangsinventarbuch des Deutschen Theatermuseums verzeichnete Ankäufe in Auktionen des Auktionshauses Weinmüller und Helbing, geben dem Deutschen Theatermuseum Anlaß zu gezielter Provenienzforschung. Ein auf zwei Jahre ausgelegtes Forschungsprojekt zur systematischen Untersuchung und Prüfung auf Raubkunstverdacht von ca. 400 theaterhistorischen Zeichnungen und Druckgraphiken aus dem graphischen Bestand des Deutschen Theatermuseums, die im Zeitraum 1936-1945 im Auktionshaus Helbing bzw. Weinmüller angekauft wurden, wurde vom Deutschen Zentrum für Kulturgutverluste in Magdeburg im Juli 2017 genehmigt. Seit Mai 2018 führt die für Provenienzforschung ausgewiesene und mit den graphischen Beständen des Theatermuseums vertraute Kunsthistorikerin Dr. Manu von Miller in Zusammenarbeit mit der Referentin das Forschungsprojekt am Deutschen Theatermuseum durch.

Digitalisierung der für die Provenienzforschung relevanten Archivalien

Seite aus digitalisiertem Zugangsinventarbuch S4 1936 54-78gs.jpgSeite aus dem durch Brandbomben beschadeten Zugangsbuch der Jahre 1936-1944
©Deutsches Theatermuseum München

2016 erfolgte die Digitalisierung des für die Provenienzforschung relevanten, ältesten erhaltenen und durch Brandbomben stark beschadeten Zugangsbuches des Deutschen Theatermuseums. Das Zugangsbuch dokumentiert Zugänge der Bibliothek und Sammlungen und wurde am 01.04.1936 begonnen. Der späteste Eintrag dieses Buches lautet auf den 31.05.1944. Diese gezielt durchsuchbaren Digitalisate stehen auf Nachfrage ab Februar 2019 im Deutschen Theatermuseum der Öffentlichkeit und auch (im Digitalen FPB-Ressourcenrepositorium) den Mitgliedern der dem FPB angehörenden Institutionen für Recherchezwecke zur Verfügung.

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