Zentralinstitut für Kunstgeschichte

Galerie Heinemann Online

Die 1872 gegründete Münchner Galerie Heinemann war jahrzehntelang eine der bedeutendsten deutschen Kunsthandlungen, bis sie 1939 von den Nationalsozialisten zwangsenteignet wurde. Die erhaltenen Geschäftsunterlagen übergab die Familie 1972 dem Deutschen Kunstarchiv im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg, die Kataloge dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München.
Ziel des Projektes war es, in einer Internet-Datenbank die Informationen über Käufe und Verkäufe von Kunstwerken durch die Galerie Heinemann online recherchierbar zu machen.
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GDK Research

Im Zentrum dieses Forschungs- und Digitalisierungsprojekts stand die Große Deutsche Kunstausstellung (GDK), die von 1937 bis 1944 im 1937 eröffneten ›Haus der Deutschen Kunst‹ in München stattfand. Parallel zur ersten GDK fand die von Joseph Goebbels initiierte Ausstellung »Entartete Kunst« im Galeriegebäude am Münchner Hofgarten statt. Kein anderes Ausstellungsvorhaben der Jahre 1933 bis 1945 hatte für die Nationalsozialisten eine ähnlich programmatische Bedeutung wie die GDK, die als »Leistungsschau« erklärtermaßen die Erfolge der NS-Kunstpolitik veranschaulichen sollte.
Das Projekt verfolgte das Ziel, eine virtuelle Rekonstruktion der GDK und damit eine leistungsfähige Plattform für die Bearbeitung der Kunst des Nationalsozialismus zu schaffen.
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Die Kunsthandlungen und Auktionshäuser von Adolf Weinmüller in München und Wien 1936-1945

Das Forschungsprojekt untersuchte im Rahmen einer Public Private Partnership erstmals die Geschichte des »Münchener Kunstversteigerungshauses Adolf Weinmüller«, der Vorgängerinstitution des heutigen Münchener Kunstauktionshauses Neumeister.
Der Schwerpunkt lag auf der Rolle von Adolf Weinmüller im nationalsozialistischen Kunsthandel. Nachdem der jüdische Kunsthändler Hugo Helbing im Jahr 1936 sein alteingesessenes Münchner Auktionshaus aufgrund der veränderten Gesetzeslage schließen musste, eröffnete Weinmüller das in den Folgejahren nahezu konkurrenzlose »Münchener Kunstversteigerungshaus Adolf Weinmüller« im Leuchtenberg-Palais am Odeonsplatz. Zu seinem Kundenkreis gehörten hochrangige Funktionäre wie Martin Bormann, aber auch einflussreiche Händlerkollegen wie die Galeristin Maria Almas-Dietrich, die gezielt Kunstgegenstände an den ›Sonderauftrag Linz‹ vermittelte. Im Entnazifizierungsverfahren als Mitläufer eingestuft, setzte Weinmüller seine Tätigkeit von 1948 bis zu seinem Tod im Jahr 1958 fort.
Im Zuge des Projekts wurden vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte Kataloge der Münchner und Wiener Auktionshäuser digitalisiert, die der Forschung zur Konsultation im ZI zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sind im Rahmen des internationalen Kooperationsprojektes »German Sales 1930-1945. Art Works, Art Markets and Cultural Policy« Digitalisate der Weinmüller-Kataloge München und Wien (1936-1945) Online zugänglich.
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Fund von annotierten Auktionskatalogen der Firmen Adolf Weinmüllers in München 1936-1943 und Wien 1938-1944

Im Rahmen der Vorbereitung eines Folgeprojekts zu dem von der Arbeitsstelle für Provenienzforschung geförderten Projekt »Die Kunsthandlungen und Auktionshäuser von Adolf Weinmüller in München und Wien 1936-1945« wurde am 18. März 2013 in einem Stahlschrank des Kunstauktionshauses Neumeister ein Konvolut von annotierten Auktionskatalogen entdeckt. Das aufgefundene Konvolut umfasst handschriftlich annotierte Kataloge bzw. Handexemplare aller 33 Münchner Versteigerungen im Zeitraum 1936-1943 sowie 11 von 18 Wiener Versteigerungskatalogen zwischen 1938-1944. Damit liegen zum Großteil der insgesamt 34.500 in diesem Zeitraum gehandelten Objekte nun wesentlich genauere Informationen als bisher vor. Die Bedeutung dieses Fundes für die internationale Provenienzforschung sowie für laufende Restitutionsverfahren kann daher kaum überschätzt werden.
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Rudolf von Alt (1812 – 1905). Zeichnungen und Aquarelle

Ziel des Projekts war es, die Provenienz eines Konvoluts von 601 Zeichnungen und Aquarellen von Rudolf von Alt (1812 – 1905) und 16 Aquarellen von Jakob von Alt (1789–1872) zu untersuchen, welches 1959 von der Treuhandverwaltung für Kulturgut in München »aus ehemaligem NSDAP-Besitz« an die Staatliche Graphische Sammlung überwiesen wurde. Der Großteil dieser Blätter war im Auftrag Hitlers nach dem »Anschluss« Österreichs an das Deutsche Reich im Marz 1938 durch Martin Bormann (1900–1945) und seine Mittelsmänner in Wien zusammengetragen worden. Die ›Alt-Aktion‹ ist auch deshalb ein dringendes Forschungsdesiderat, da einige der Werke als Raubkunst identifiziert – und teilweise bereits restituiert – werden konnten.
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Erschliessung und digitale Edition der 'Sammlung Schrey'. Kunsthandel, Kunstpublizistik und Kunstgeschichte 1880-1920

Im Rahmen des Projekts wurde die ›Sammlung Schrey‹ in der Photothek des ZI erschlossen und zugänglich gemacht. Es handelt sich um eine singuläre Zusammenstellung von Dokumenten zum deutschen Kunstmarkt der Jahre 1869 bis nach 1945 aus dem Besitz des Frankfurter Kunsthändlers Rudolf Schrey. Mit dem Projekt wurden die am ZI behandelten Forschungsschwerpunkte der Sammlungsgeschichte und der Geschichte des Kunsthandels weiter vertieft.
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Rekonstruktion des 'Führerbau-Diebstahl' Ende April 1945 und Recherchen zum Verbleib der Objekte

Führerbau Projekt_web (2).jpgProjektbesprechung, 2015, mit Marc Masurovsky, Meike Hopp, Sophie Oeckl und Christian Fuhrmeister (von links nach rechts)
©Zentralinstitut für Kunstgeschichte

Ziel des Projekts ist die Rekonstruktion des ›Führerbau-Diebstahls‹ Ende April 1945 und die Erarbeitung eines Überblicks zu Herkunft, Verbleib und Schicksal der Objekte. Diese validierte Übersicht soll es Museen und Sammlungen ermöglichen, ihre Bestände gezielt zu prüfen. Daneben kann mit einer solchen Dokumentation im Umlauf befindliches NS-Raubgut und NS-verfolgungsbedingt entzogenes Kulturgut identifiziert werden. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

 

Erwerbung des Fotoarchivs der Kunsthandlung Julius Böhler

Archiv Böhler_web (2).jpgFotoarchiv Böhler, Hängekartei
©Zentralinstitut für Kunstgeschichte

Das Fotoarchiv umfasst ca. 11.500 Aufnahmen professioneller Fotografen. Es dokumentiert sowohl die von Böhler gehandelten Kunstwerke als auch exakte Maße, Techniken, Materialien, Preise, Provenienzen, Literatur, enthält sogar Expertisen bzw. Gutachten und ermöglicht die Identifizierung zahlreicher Kunstwerke in Privatbesitz, zu denen bisher nähere Angaben fehlten, ja deren Existenz nicht einmal bekannt war. Über die Provenienzforschung hinaus eröffnet das Archiv vielfältige Untersuchungsperspektiven zu Kunsthandel und Kunstmarkt, Geschmacksgeschichte oder Wirtschafts- und Unternehmensgeschichte.
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Bücher aus der NS-verfolgungsbedingt entzogenen Bibliothek von August Liebmann Mayer in der Bibliothek des ZI

Im Jahre 1942 beschlagnahmte der »Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg« (ERR) in Paris die Privatbibliothek des jüdischen Kunsthistorikers August Liebmann Mayer (1885–1944), der 1936 von München nach Frankreich emigriert war. Seine Fachbibliothek sollte an Hermann Göring gehen, wurde dann aber vom ERR aus Luftschutzgründen nach Schloss Kogl ausgelagert, wo die Amerikaner sie fanden und in den Central Collecting Point (CCP) nach München verbrachten. Der CCP übergab die Bücher am 3. Mai 1947 an die Bibliothek des gerade gegründeten Zentralinstituts für Kunstgeschichte.
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Transfer von Kulturgütern in der Region Alpe Adria im 20. Jahrhundert (TransCultAA)

Noch nie zuvor wurde der Transfer von Kulturgütern in der Region Alpe Adria im 20. Jahrhundert gezielt in vergleichender, transnationaler und interdisziplinärer Perspektive untersucht. Das dreijährige Forschungsprojekt hat ein kompetitives mehrstufiges Auswahlverfahren durchlaufen und wird im Rahmen des HERA Joint Research Programme »Uses of the Past« gefördert. HERA steht für »Humanities in the European Research Area« und ist, unter Beteiligung des BMBF, ein europäisches Netzwerk von Forschungsförderern in den Geisteswissenschaften.
Mit »Vergangenheitsnutzung« oder auch »Vergangenheitsbenutzung« ist eine Fragerichtung benannt, die nicht nur für virulente Fragen der Provenienzforschung und der Zeitgeschichte, sondern für die akademische Disziplin Kunstgeschichte insgesamt konstitutiv ist, da in ihrer Genese die Funktion nationaler Sinnstiftung eine prägende Rolle spielte.
TransCultAA vereint ein multinationales Team in gemeinsamer Grundlagenforschung zu historischen und gegenwärtigen Konflikten von Eigentum an Kulturgütern im Spannungsfeld von Privatbesitz und nationalem Kulturerbe. Ungeachtet seiner regionalen Ausrichtung steht dabei die prinzipielle Dimension einer zutiefst europäischen Konfliktgeschichte im Zentrum. Es geht um Transfer und Translokation, um Beschlagnahme, Verlagerung und Raub von Kulturgütern: Wer transportierte wann was warum wohin? Und wie wurden – und werden – diese zum Teil bis heute andauernden Ortswechsel begründet? Welche Narrative (auch: Mythen und Legenden) sind mit den Objekten und ihrer Dislokation verbunden? Kann die ganzheitliche Autopsie von Quellen (der Täter, der Opfer, der Behörden und Verwaltungen, der Profiteure und Enteigneten, der militärischen und politischen Gegner, der Akteure in den Grauzonen, etc.) dazu beitragen, diese oftmals nationale Ausprägung des kollektiven Gedächtnisses besser zu verstehen?
Schwerpunkt der grenzüberschreitenden Verbundforschung ist die Sammlung, Dokumentation und Analyse der Quellen und Objekte, also der visuellen und schriftlichen Evidenzen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Transfer von Kulturgütern in historischen und politischen Umbruchphasen. Es gilt, die Wege der Objekte durch Zeit und Raum nachzuzeichnen und zugleich ihre Rolle als symbolisches Kapital zu untersuchen.
Der Forschungsverbund vereint Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, Italien, Kroatien und Slowenien. Er wird durch Partner u.a. aus Österreich unterstützt. 
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Winter School Provenance Research

IMG_2627neu.jpgWinter School Provenance Research, 22. bis 26. Februar 2016 im Zentralinstitut für Kunstgeschichte
©Zentralinstitut für Kunstgeschichte

Der Forschungsverbund Provenienzforschung Bayern führte vom 22. bis 26. Februar 2016 im Zentralinstitut für Kunstgeschichte eine 'Winter School Provenance Research' durch. Vorausgegangen war eine internationale Ausschreibung im Herbst 2015 (call for participation). Am mehrsprachigen interdisziplinären Graduiertenseminar nahmen knapp 25 TeilnehmerInnen aus sechs Ländern teil. Das intensive, ebenso praxis- wie forschungs- und diskursorientierte Programm wurde durch vier begleitende öffentliche Abendvorträge ergänzt.
Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.
 

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