Institut für Zeitgeschichte

Das Institut für Zeitgeschichte ist mit seinen einschlägigen Infrastruktureinrichtungen Bibliothek und Archiv ein Ort für die auf zeitgeschichtliche Fragen ausgerichteten Provenienzrecherchen von Nutzerinnen und Nutzern aus aller Welt; es fördert und betreut Qualifikationsarbeiten, die die zeithistorische Grundlagenforschung zum Kunsthandel in der NS-Zeit vorantreiben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts beteiligen sich an Kolloquien, Weiterbildungsveranstaltungen und Publikationen, die den Raub von Kulturgut während der NS-Zeit zum Thema haben.

Taskforce Schwabinger Kunstfund/ Provenienzrecherche Gurlitt

Von November 2013 bis Dezember 2015 war das Institut für Zeitgeschichte München - Berlin Mitglied der ›Taskforce Schwabinger Kunstfund‹. Seit Januar 2016 ist es Kooperationspartner des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste (DZK) im Nachfolgeprojekt Provenienzrecherche Gurlitt. Das Projekt untersucht die Bestände aus der Sammlung Gurlitt, insgesamt 1.578 Kunstgegenstände, auf NS-Raubkunst. Die Herkunft von 13 Kunstgegenständen konnte während des Bestehens der ›Taskforce‹ abschließend geklärt werden. Bei 680 Objekten kann ein NS-verfolgungsbedingter Verlust nicht ausgeschlossen werden; sie sind Gegenstand der Detailforschung.

Das Institut für Zeitgeschichte hat die Leitung und Forschungskoordination der ›Taskforce‹ gemeinsam mit Vertretern weiterer Institute beraten. Darüber hinaus hat es grundlegende strukturelle Fragen zum Kunstmarkt und zu allgemeinen ökonomischen Prozessen und Mechanismen in der NS-Zeit aus zeithistorischer Perspektive für das Projekt bearbeitet. In Zusammenarbeit mit dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte wirkt das Institut für Zeitgeschichte daran mit, den umfangreichen schriftlichen Gurlitt-Nachlass zu sichten, zu verzeichnen und auszuwerten.

Alfred Flechtheim

2015 erschien die von Andrea Bambi (Bayerische Staatsgemäldesammlungen) und Axel Drecoll (Institut für Zeitgeschichte) herausgegebene Publikation "Alfred Flechtheim. Raubkunst und Restitution". Darin widmen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Zeitgeschichte, Kunstgeschichte und Provenienzforschung einem der wichtigsten Kunsthändler seiner Zeit. Als herausragender Sammler, Händler und Mäzen vertrat Flechtheim bedeutende Meister wie Paul Klee und Pablo Picasso. 1933 musste er als Verfolgter aus Deutschland fliehen. Was mit Flechtheims Bildern geschah, ist zum Teil bis heute ungeklärt. Gleichzeitig lassen sich am Beispiel Flechtheims zentrale Herausforderungen bei der Restitution von Kulturgütern, die von den Nationalsozialisten entzogen wurden, illustrieren.

 Weitere Informationen finden Sie hier.

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