Institut für Kunstgeschichte der LMU

Das Institut für Kunstgeschichte der LMU hat Forschungs- und Lehrschwerpunkte in verschiedenen relevanten Bereichen: Provenienzforschung, Geschichte des musealen und privaten Kunstsammelns, Geschichte der Kunstgeschichte, Kunst im Nationalsozialismus, Emigration und Remigration von Künstlerinnen und Künstlern, Austausch- und Transferprozesse (kolonial/post-kolonial), moderne und zeitgenössische Kunst Afrikas und der Diaspora.

Aus dem Hauptseminar »Provenienzforschung. Einführung, Überblick, Perspektiven« (PD. Dr. Christian Fuhrmeister) und dem begleitenden Proseminar von Dr. Meike Hopp »Provenienzforschung – hands on: Fallbeispiele« im WiSe 2013/2014, die auf dem Konzept des ›Forschenden Lernens‹ basierten, und der Übung Präsentation und Vermittlung von Ergebnissen der Provenienzforschung im SoSe 2014 (Fuhrmeister/Hopp) gingen nicht nur die Ausstellung in der Universitätsbibliothek München »Zwischen den Seiten ‒ eine Spurensuche hervor (30.06.–17.10.2014), sondern auch zahlreiche Qualifikationsarbeiten (siehe unten).

Die mehrsemestrige Lehrveranstaltung (SoSe 2016, WiSe 2016/17 und SoSe 2017) von Christian Fuhrmeister, »Rosenheimer Künstler im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit«, bereitet ein Ausstellungs- und Publikationsvorhaben vor. Das Seminar behandelt die Gründungs- und Institutionsgeschichte der Städtischen Galerie und einzelne Rosenheimer und Chiemgauer Künstler, die auf den ›Großen Deutschen Kunstausstellungen‹ vertreten waren. Die Veranstaltung wirft einen ganzheitlichen Blick auf die Institution Museum im Nationalsozialismus, auf Erwerbungs- und Ankaufspolitik, auf Ausstellungs- und Vermittlungspraxis, auf die Rezeptionsgeschichte im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit. Zugleich spielen auch aktuelle Fragen und Probleme der Provenienzforschung eine Rolle: Welche Objekte gelangten wann warum in den Bestand? Wie kann dies recherchiert werden? Das Masterseminar »Fremde Heimat. Exil und Rückkehr deutscher Bildhauer/innen« (SoSe 2016) von Prof. Dr. Burcu Dogramaci ist eine Kooperation mit dem Kunsthaus Dahlem (Berlin) und bereitet eine Ausstellung im Jahr 2017 vor. Diskutiert und recherchiert wurde, welche Bildhauer/innen nach 1945 kaum Beachtung erhielten oder sich mit ihren Werken nur schwer (oder sehr verspätet) in die Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts einschreiben konnten. Welche Bedeutung hatten die Emigration und die personelle Konstellation der Nachkriegsgesellschaft für die Wahrnehmung von Künstler/innen? Im Seminar wurden auch Werke und ihre Provenienzen recherchiert und ein Korpus von Ausstellungsobjekten erarbeitet. Die von Rasmus Kleine (Museumsleiter Kallmann-Museum in Ismaning) veranstaltete Übung »Entartete Kunst – die Sammlung Schneider im Kallmann-Museum Ismaning« (WiSe 2015/16) bereitete ein umfangreiches Ausstellungs- und Katalogprojekt vor. In Seminaren und Vorlesungen zur Kunstgeschichte Afrikas werden Fragen zu (kolonialen) Erwerbsgeschichten und postkolonialen Restitutionsdebatten behandelt; weiterhin sind Seminare zum Kunstmuseum im globalen Kontext angeboten (Prof. Dr. Kerstin Pinther).

Bachelor- und Masterarbeiten, die am Institut verfasst werden, widmen sich Akteuren aus Kunst, Museen und Kunsthandel im NS und der Nachkriegszeit. Sie werten in Kooperation mit Institutionen in München und Umgebung die einschlägigen Quellen aus, die bislang oftmals kaum erschlossen waren, oder untersuchen Ausstellungen in der Zeit des NS, ihre Dramaturgien und Narrative. Zu nennen sind folgende Bachelorarbeiten und Masterarbeiten:

Bachelorarbeiten

2014

Sophia Barth, Maria Almas-Dietrich

Constanze Viktoria-Sophie Nogler, Die Galerie Caspari und der Münchner Kunsthandel in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus

2016

Volha Karankevich-Koch, Das Handelsprofil der Münchner Kunsthandlung/Galerie Wimmer in den 1950er Jahren

Saskia Khamneifar, Künstlerische Strategien zur Thematisierung der Provenienz von Kunst – eine Gegenüberstellung der Ausstellung »Restitutionspolitik« von Maria Eichhorn und der Installation »La Loi Normale des Erreurs« von Raphael Denis

Masterarbeiten

2015

Christine Bach, Robert Oertel und der »Sonderauftrag Linz« unter Hermann Voss – Ein ambivalentes Profil im NS-Kunstraub (Betreuung: Christian Fuhrmeister)

Maja Sarah Catarina Bock, Der Wiener Kunstauktionsmarkt in der Zwischenkriegszeit: Das Auktionshaus für Altertümer Glückselig GmbH (1919–1941) (Betreuung: Christian Fuhrmeister)

Esther Rahel Heyer, Rose Valland und die Rückführung von Kunst- und Kulturgut aus Deutschland (Betreuung: Christian Fuhrmeister)

Sophie Oeckl, Die Zusammenarbeit der Kunsthandlungen Julius Böhler München und Karl Haberstock Berlin: Eine Analyse gemeinsam gehandelter Gemälde zwischen 1936 und 1945 (Betreuung: Christian Fuhrmeister)

Melida Steinke, »Sonderfall Bernheimer«? Die Enteignung des Privatbesitzes und die Übernahme der L. Bernheimer KG durch die Münchner Kunsthandels-Gesellschaft/Kameradschaft der Künstler München e.V. [https://epub.ub.uni-muenchen.de/27234/] (Betreuung: Christian Fuhrmeister)

2016

Sofie Eikenkötter, Die Städtische Galerie in Rosenheim. Zwischen Tradition und Propaganda von 1935 bis in die frühen Nachkriegsjahre [https://epub.ub.uni-muenchen.de/28166] (Betreuung: PD Dr. Christian Fuhrmeister)

Franziska Eschenbach, Die Überlieferung zum Kunsthandel des Antiquariats Jacques Rosenthal im Firmen-und Familienarchiv des Stadtarchivs München (Betreuung: Christian Fuhrmeister)

Katharina Sprang, »(…) dem Wirken der Blauen Reiter ein Denkmal in München zu setzen« (H.K. Röthel) – Hans Konrad Röthel und seine Position zur Klassischen Moderne (Betreuung: Burcu Dogramaci)

Lehrende des Instituts waren sowohl an dem 7. Kolloquium Provenienzforschung (22.07.2015) als auch an der internationalen ›Winter School Provenance Research‹ (22.‒26.02.2016) ‒ beides Zentralinstitut für Kunstgeschichte ‒ beteiligt (Burcu Dogramaci, Meike Hopp, Kerstin Pinther) bzw. haben diese konzipiert und organisiert (Christian Fuhrmeister). Gerade die seit 2012 bestehende Kooperation zwischen dem Institut für Kunstgeschichte und dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte bildet eine wichtige Basis zum weiteren Ausbau des Lehr- und Forschungsprogramms zur Provenienzforschung.

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